Für jede Pflanze der Plantage stand eine ca. 16 - 20 qm große Fläche zur Verfügung, die als 'Campo' (Cap) oder 'Campata' (Campàa) bezeichnet wird; die Anzahl dieser 'Felder' macht die Größe der Zitronenplantage aus. Bereits im 16. Jahrhundert legte Agostino Gallo einige Regeln zum Zitronenanbau fest und empfahl, die Pflanzen auf einem fetten Boden ohne Steine zu setzen, und diesen vor dem Umpflügen und vor der Abdeckung der Plantage zu düngen. Abgesehen vom Düngen muß der Boden von Unkraut und Gras befreit und umgegraben werden; anschließend müssen die Pflanzen beschnitten, bewässert und abgedeckt bzw. erneut aufgedeckt werden. Die Obsternte (Spicànda) wurde von Hand mit Hilfe von Leitern und dreibeinigen Gestellen ausgeführt; die gepflückten Zitronen wurden in Säcke (Grümiàl) aus Tierfellen gelegt.
Zitronen blühen mehrmals im Jahr. Der ersten Blüte im Mai folgt eine weniger ausgeprägte Blüte im Sommer und im Herbst. Die Maifrüchte sind weniger rund und haben eine rauere Schale als die im Juni und Juli blühenden Früchte; sie sind die qualitativ besten Früchte, während die im August geernteten Zitronen als weniger edel gelten. Die Blüte und die Ernte ziehen sich, wenngleich in einem reduzierten Umfang, bis in den September und Oktober hinein. Schaut man auf die Produktion im Zeitraum von zehn Jahren, so lieferte eine Pflanze in den beiden wichtigsten Monaten der Ernte (Mai und Juni) im Durchschnitt 500 bis 600 Zitronen.
Die Zitrusfrüchte wurden für die verschiedensten Zwecke verwendet. Agostino Gallo berichtet: "..alle Pflanzenarten sind erhebliche Geldquelle... Zitronatblüten werden für Salate, zum Einlegen in Essig oder zum Kondieren mit Honig oder Zucker verwendet; aus den Blüten von Apfelsinen und verwandtem Obst bereitet man edles Orangenblütenwasser, aus den unreifen Früchten zarte Gewürze und aus den kleinen Orangen dekorative, schön anzusehende, angenehm duftende Kronen. Die schönen reifen, bei Festessen besonders geschätzten Zitrusfrüchte werden Kranken als Medizin verabreicht... und selbst die Schalen der Orangen verwandelt man zu Geld, indem man sie für schmackhafte Senfsoßen, Orangenlimonade, Paradelli, Arancieti und Gebäck verwendet." Das in Salò in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts auf Anlaß von Antonio Bonardi und später, ab 1840, von Luigi Patuzzi produzierte Zitronatwasser war allgemein sehr geschätzt.