Von Oliven- zu Kastanienbäumen. Auf dem Seehang des Monte Baldo mit Übergängen und Ausflügen zu den höchsten Gipfeln dieses Gebiets. Von der mediterranen Landschaft der Riviera Gardesana mit ihren Olivenhainen und den dunkelgrünen Zypressen zu den Macchie der Steineichen und dem intensiven Grün der Lorbeeren, um zwischen Weiden und Kastanien die Wiesenhochebene von Prada Alta zu erreichen. Diese Ortschaft befindet sich auf 1.000 Meter Höhe und stellt den Ausgangspunkt für all diejenigen dar, die von den Seilbahnen und Skiliften von Costabella Gebrauch machen möchten. Oder man benutzt die netzartig angeordneten Wege, die zum höchsten Teil des Berges bis zu den 2.200 Metern des Gipfels Cima Telegrafo führen.
Der Westhang des Monte Baldo ist mit dem Gardasee untrennbar verbunden, da er Sonderbedingungen ermöglicht, die von der mediterranen Vegetation - eines der typischsten und unverkennbaren Elemente dieses Gebiets - sofort genutzt werden. Die geologische Beschaffenheit macht sich mit ihren steilen Abhängen bemerkbar, die sich durch ihre gewaltigen und in den Gardasee hinabsinkenden Schichten kennzeichnen. Der bewohnbare Teil ähnelt einem schmalen Streifen und windet sich an der Küste entlang. Die Siedlungen drängen sich in den engen Gebieten der unteren Abhänge zusammen.
Die Erkundung dieses Abhangs ist auf zwei Arten möglich: von der Bucht des Gardasees im Süden oder vom Seeufer aus - auf verschiedenen Wegen, die von den wichtigsten Seezentren strahlenförmig ausgehen und zu den Bergspitzen führen. Die Letzteren sind angesichts ihrer Steilheit und Herbheit besonders schwierig, zweifelsohne jedoch am faszinierendsten. Von Garda oder Torri del Benaco fährt man mit dem Auto bis nach Albisano hoch, um anschließend in Richtung San Zeno di Montagna, etwa 700 Meter ü.d.M., weiterzufahren. Eine atemberaubende Terrasse mit Blick auf den Gardasee und die Straße, die zum Seeufer in der Ortschaft Castelletto di Brenzone führt. Fährt man weiter, kommt man bis nach Prada Alta, wo im Sommer der Sesellift die Besucher zur Berghütte "dei Fiori" auf 1.800 Meter Höhe bringt. Von Prada Alta führt die Landstraße zur Quelle "Trovai" und anschließend auf gewundenen Serpentinen zum Seeufer, zur Ortschaft Porto, hinab.
Das Gebiet der Stadt Brenzone, zwischen Torri del Benaco im Süden und Malcesine im Norden eingeengt, umfasst eine Reihe von Ortsteilen, die teilweise am See (Assenza, Porto, Magugnano, Marniga und Castelletto), teilweise an den ersten Abhängen des Gebirges (Castello und Sommavilla) und teilweise auch auf den rauen Kontrapunkten des Monte Baldo wie Prada liegen. Eine rasche Abfolge von Dörfern und anderen Ortschaften, deren Unterkunftsmöglichkeiten (etwa an die fünfzig Hotels, zehn Campingplätze und verschiedene Ferienkomplexe) inmitten jahrhundertealter und die Landschaftprägender Olivenhaine eingebettet sind. Die neben der Fischerei und dem Olivenanbau einst auf die Land-, Forst- und Hirtenwirtschaft ausgelegte Wirtschaft konzentriert sich heute vorwiegend auf den Tourismus und stützt sich dabei auf Seesportanlagen und eine Segelboot- und Surfschule. Das Gebiet gilt zu Recht als eines der schönsten Segelgebiete und Windsurfparadiese. Das Dorf Assenza ist mit, einer romanischen Kirche, die dem Hl. Nikolaus gewidmet ist und in ihrem Innern mittelalterliche Fresken verwahrt, die erste Ortschaft, der man von Norden kommend begegnet. Hier befinden sich auch der kleine Hafen und die Insel Trimelone, auf der Mussolini am 20. März 1945, etwa vierzig Tage vor seiner Ermordung am Comer See, einen heftigen Ausbruch mit dem journalisten und Maler Ivaneo Fossati hatte.
Auf der Küstenstraße begegnet man Porto und Magugnano - Sitz der Gemeindeverwaltung - und der Kirche S. Giovanni Battista (Johannes der Täufer) mit ihrem romanischen Kirchturm. Nach Süden hin liegt die malerische und mittelalterliche Ortschaft Marniga, deren Saumpfad nach Campo führt: eine wahrhaftige "Reliquie" mit Schlossruinen, einem romanischen Pfarrhaus und poetischer Stille. In der Nähe von Castelletto befindet sich die Kirche von San Zeno mit einem Freskenzyklus aus dem 15. Jahrhundert, der Johannes dem Täufer gewidmet ist. Von besonderem, landschaftlichem Interesse ist der am Fuße der Bergkette liegende Streifen mit seinen Wegen, die den Besucher durch Olivenhaine und die mediterrane Macchia geleiten sowie auf eine Reihe von Straßen, die sich am steilen Abhang festklammern. Hier ist das antike und - einem Aussichtsturm ähnlich - vorgebeugte Schloss von Biaza und Zignago, der Ort Borago mit seinen tausend Gesichtern und Somm avilla mit seinen Bauernhäusern zu besichtigen. Sehenswert ist auch die Höhle "Bus delle Tacole", die Glazialkreise von Buse und des Telegrafo sowie das überwältigende Val Torrente mit dem "Baloc tacà via".
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