Das Vittoriale degli Italiani in Gardone Riviera

Das Vittoriale degli Italiani war die letzte Heimat von Gabriele D'Annunzio. Nach seinem letzten, aufsehenerregenden Abenteuer nach Kriegsende (dem Flug über Fiume im Januar 1921) beschloss der italienische Dichter, sich zurückzuziehen. Der Mann aus dem sonnigen Süden (Pescara) fühlte sich von der strahlenden Helle vom Gardasee angezogen. So ließ er sich in Gardone Riviera nieder.

Er kaufte die Villa Cargnacco und mit Hilfe des Architekten Giarcarlo Maroni verwandelte er sie in den architektonischen Komplex, dem er dann den Namen "Vittoriale degli Italiani" (das Siegesgebäude der Italiener) verlieh. 1923 schenkte er das Gebäude dem italienischen Staat. Der Komplex zeichnet sich durch eine monumentale Architektur aus grauem Stein aus, die nur vom Ockergelb der Wohngebäude aufgelockert wird.
Nach dem Eingang, der vom sogenannten Gästebogen geschmückt wird, gelangt man auf einen kleinen Platz namens "Piazzetta della Vittoria del Piave" (Gedenkplatz des Sieges bei Piave). Auf der rechten Seite erwartet Sie das Freilufttheater, dessen Form sich ans griechische Modell anlehnt. Von hier aus können Sie eine atemberaubende Aussicht auf den unteren Gardasee genießen.

Wenn Sie weiter in den Park vordringen, erreichen Sie den Piazza Dalmata und direkt gegenüber steht das Privathaus des Dichters: die sogenannte "Prioria" (Priorin). Links steht das "Schifamondo" (Weltverachter), das neu erbaute Haus, das nie bewohnt worden war und das heute das D'Annunzio-Museum beherbergt. Dieses Gebäude ist jedoch nicht die einzige Sehenswürdigkeit: Wenn Sie weiter nördlich den Berg hoch gehen, finden Sie einen Schuppen, wo noch das U-Kampfboot MAS 96 steht, das der Dichter in der Militäraktion eingesetzt hat, die später unter dem Namen "Beffa di Buccari" (der Hohn von Buccari) berühmt wurde.

Im Wald entdecken Sie mitten auf einer grünen Lichtung den Kiel eines Schiffes, den der Dichter als Denkmal der Soldaten wünschte, die während des Ersten Weltkriegs nicht mehr von der See heimgekehrt waren. Auf der Anhöhe über dem Park strahlt der weiße Botticino-Marmor des Mausoleums. Dieses weist drei Ringe auf, die an die drei Höllenkreise Dantes erinnern sollen. Die Bögen und Treppen, über die man ins Mausoleum gelangt, schaffen ein überaus episches Licht-Schatten-Spiel. In der Mitte ruht unter den Bögen das Grab des Dichters.
Die einsame Stille wird immer wieder vom Geplauder der Besucher unterbrochen. Manchmal aber herrscht absolute Stille, durch die nur das Zwitschern der Vögel klingt, die dem gleißenden Lichte vom Gardasee entgegen fliegen.


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