Der letzte Nachfahre der Scaliger ließ 1383 das Schloss auf den Resten einer aus dem Frühmittelalter stammenden Festung errichten und nahm somit vermutlich ein Verteidigungssystem wieder auf, das bereits seit dem zehnten Jahrhundert mit Torri als Stützpunkt für die Kontrolle des Gardasees existierte: sein befestigtes Hafenbecken auf halber Strecke zwischen Malcesine und Lazise war in der Tat zu wichtig, um vernachlässigt zu werden.
Befestigungen, die jedoch nach der Erfindung des Schießpulvers ihren Sinn verloren hatten sowie durch die Tatsache, dass das gesamte Veroneser Gardaseeufer nach dem zwischen den Visconti aus Mailand und den Da Carrara aus Padua ausgetragenen Krieg zur Nachfolge der Scaliger im Jahr 1405 auf die Venezianischen Republik übergegangen ist. In dieser Zeit schlossen sich die zehn Gemeinden des östlichen Seeufers Malcesine, Brenzone, Pai, Torri, Albisano, Garda, Costermano, Bardolino, Cisano und Lazise zur Föderation "Gardesana dell'Acqua" zusammen und verfolgten hauptsächlich das Ziel, die von der Venezianischen Republik auferlegten Steuerbürden untereinander aufzuteilen, die lokalen Angelegenheiten selbst zu verwalten und am Gardasee den seinerzeit äußerst blühenden Getreideschmuggel zu unterbinden, der häufig zu Hungersnöten der lokalen Bevölkerung führte.
Der aus 19 Personen zusammengesetzte Rat versammelte sich gewöhnlich in Torri, das als zentraler Sitz angesehen wurde, andere Male in S.Vigilio und in Brenzone oder häufig auch in Malcesine, wo im Palazzo della Gardesana der Seehauptmann residierte. Der Palazzo neben dem kleinen Hafen geht auf die zweite Hälfe des 15.Jh.zurück, wurde im 18.Jh.umgebaut und in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts um ein Stockwerk aufgestockt.
Die Entwicklung des nach dem letzten Krieg aufkommenden Fremdenverkehrs hat Torri del Benaco zu einem der exklusivsten Orte des Sees gemacht, in dem so berühmte Gäste wie André Gide, Stephen Spender, Lawrence Olivier, Vivien Leigh, Maria Callas, Jacques Piccare und Juan Carlos von Spanien abstiegen. Albisano, der Vorort oben auf dem Hügel, gefiel besonders Gabriele D'Annunzio, der bei seinen Ausritten häufig in guter Gesellschaft hierher kam.
Der älteste Kern von Pai, die zweite Ortschaft der Gemeinde, präsentiert sich gut verschanzt auf den niedrigen Hängen des Monte Baldo. Ein Teil seiner Bewohner ist in jüngster Zeit zur Küste hin umgezogen und hat so die Siedlung Pai di Sotto ins Leben gerufen. Nachdem es seine Rolle als Militär- und Verteidigungsfestung eingebüßt hatte, ging das Schloss in Privatbesitz über und wurde schließlich im letzten Jahrhundert Ende der siebziger Jahre von der Gemeindeverwaltung erstanden, die es wieder instand setzte, seine Räumlichkeiten zu Museumszwecken umfunktionierte und die Mauerwege der Öffentlichkeit frei gab. Eine mit ihrem System an Türmen, Mauern und Zitronengewächshaus attraktive Sehenswürdigkeit für Touristen. Die weitläufige Grünanlage, die das Gewächshaus umgibt, bietet außerdem die Möglichkeit zur öffentlichen Nutzung. Mit der Instandsetzung der Wege und dem Zutritt zu den Türmen sind nun in einer Höhe von circa vierzehn Metern Plätze zugänglich, die einen herrlichen Panoramablick auf die Hügel sowie auf den See und die Altstadt bieten.
Die Renovierung des Schutzdachs und des ehemaligen Wärterhauses hat hingegen die Realisierung eines Museums ermöglicht, in dessen Sälen vom Fischfang bis zum Olivenanbau die typischsten Aspekte der materiellen Kultur vom oberen Gardaseegebiet präsentiert werden. Ein großer Bereich ist den 1964 entdeckten Felsgravierungen des Gebiets gewidmet. An die zehn Bereiche illustrieren die Tätigkeiten der Kalfaterer, die Ausrüstung für den Olivenanbau, zu sehen ist eine Olivenpresse, die aus Originalsteinen aus römischer Epoche nachgebildet wurde, den Fischfang, das Gewächshaus für Zitrusfrüchte von 1760, das Material, das die Geschichte und die Tätigkeit der 1452 gegründeten und immer noch aktiven Fischerkooperation "Antichi Originari" di Torri e di Garda dokumentiert, sowie ein Modell, das das Dorf Torri zu Beginn des 20.Jh.darstellt. Zum Abschluss des Rundgangs der Bereich, in dem anhand von originalen Papieren und Abdrucken das interessante Phänomen der Felsgravierungen des Gardasees darlegt ist, die in der Gemeinde Torri in großer Anzahl vorzufinden sind und zum Teil auf die prähistorische Epoche zurückgehen.
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