Der Ort Pozzolengo stellt sich gern als das Tor zu den am Gardasee gelegenen Moränenhügeln vor und liegt eingekeilt auf dem letzten östlichen Ausläufer der Provinz Brescia zwischen dem Mantuaner und Veroneser Land. Nach Desenzano del Garda gibt Pozzolengo dann tatsächlich den Weg frei zum südlichsten Moränenhügelgürtel, der dann langsam in die Hochebene übergeht. Und des Ortes Umgebung erobert und bezaubert den Betrachter unverzüglich.
Der Blick folgt den sich abwechselnden Hügeln und gewundenen Profi len, ein Spiel zwischen Erhöhungen und Vertiefungen, dazwischen verstreut Wäldchen und Plateaus, trockene Wiesen, kleine Seen und Quellen, Bruchstücke von Wasserspiegeln, die hier und da aus dem Hügelland und geradlinig angeordneten Rebstöcken äugen. Das ist Pozzolengo, das sind die Moränenhügel des Gardasee-Umlandes, die im Osten eingeschlossen sind vom Fluss Mincio und im Westen vom Fluss Chiese. Eine verworrene Stickerei auf grünem Grund, mit von Bäumen gesäumten Straßen in einem fortwährenden und unermüdlichen Auf und Ab über das Land, die an Weingärten und mauerartigen Maisfeldern entlang führen und die im Sommer den Blick auf den weiten Horizont verwehren. Die Wege ziehen vorbei an ausgedehnten Grünfl ächen und schlängeln sich durch die hohen Stämme der Wälder, die sich breit machen an Hügelhängen.
Ist man zu Fuß unterwegs, mit dem Rad oder gar hoch zu Ross auf dem dichten Netz vielleicht nicht asphaltierter Straßen, stößt man schnell auf Flecken spontan gedeihender Vegetation mit sich kühn grüne Abhänge hinaufwagenden Weiden und Erlen, Eichen sowie Schwarzen Hainbuchen oder auf Schilfgebiete, die sich vom Wasser weg bis hin zu den feuchten Wiesenrändern wagen, während Kräuter und wild wachsende Pflanzen je nach Jahrezeit mit ihrer Blüte betören. Im Frühling beeindruckt die Farbenpracht, im Sommer ist es der Reichtum an wilden Orchideen und blühenden Seerosen, zwischen denen nicht selten Reiher, Blässhühner und andere Wasservögel gesichtet werden.
Auf Landwegen unterwegs, kommt man vorbei an abseits gelegenen Bauernhöfen, die auf sanften Anhöhen oder mitten im Grünen stehen. Sie wurden zu einem neuen Erwerbszweig, indem man jetzt hier auch Urlaub machen bzw. sich für die Form bed&breakfast entscheiden kann; man stößt auf Weinkeller, wo der hervorragende Weißwein Lugana - Ergebnis einer sorgfältigen, von fachkundigen Weinbauern über Jahrhunderte praktizierten Auslese - verkauft wird und hervorragend als Aperitif oder zu Süßwasserfisch ist. Eingeschenkt wird er auch in kleinen Gaststätten und feinen Landgasthöfen wie im Wirtshaus "Antica locanda del Contrabbandiere", wo die Gerichte eine schmackhafte Verschmelzung der traditionellen Küche von Verona, Mantua und Brescia sind und zu den besten und begehrtesten der Gegend gehören. Es ist eine Küche, die sich durch den feinen Geschmack bester jahreszeitengerechter hier angebauter Zutaten auszeichnet. Ein Ort im Hügelland, der stolz ist auf seine intakte Natur, auf seine Traditionen und seine Geschichte, die im altherkömmlichen Schloss aufleben, ein von Mauerwerk umgebenes Viertel, wo reges Leben herrscht und fleißig gearbeitet wird.
Hier können auch die Überreste der Kirche San Lorenzo Martire besichtigt werden. In der mächtigen und schön anzusehenden Pfarrkirche wiederum kann man den Klängen der Antegnati-Orgel lauschen und Kunstwerke von Brusasorci sowie Andrea Celesti bewundern. Auch in den historischen Gebäuden Gelmetti, heute das Rathaus, erwarten Kunstwerke von Brighenti und Albertini ihre Bewunderer. Eine kurze Rast verdient des Weiteren die Abtei San Vigilio auf der Straße nach San Martino della Battaglia. Sie ist ein interessantes Zeugnis ländlicher Architektur aus dem XII. Jahrhundert und wurde von den Benediktinermönchen errichtet. Von den umliegenden Hügeln hallt noch immer das Gemetzel wider, das zur Einheit und Unabhängigkeit von Italien führte.
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