Die Hochebene und Ortschaften von Tremosine Gardasee

Auf Steilhängen schwebende Leben. Die Hochebene und Ortschaften von Tremosine. Tremosine ist von Limone sul Garda aus erreichbar, auf der Landstraße, die den Besucher zum nördlichsten Teil der auf der Hochebene des Gardagebiets liegenden Gemeinde geleitet. Das Gebiet gestaltet sich abwechslungsreich und erstreckt sich vom Seeufer bis auf fast zweitausend Meter Höhe des Berges Tremalzo, knapp jenseits der Grenze des zu Brescia gehörenden Territoriums.

Und so entdecken wir unzählig viele Ortschaften und kleine Siedlungen, die sich auf dem Hinterland auf einer Höhe zwischen 400 und 600 m ausbreiten. Einzig allein Campione spiegelt sich im nahe liegenden Gardasee. Der Ort steht derzeit im Mittelpunkt einer radikalen Umgestaltung, die das bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein tätige Arbeiterdorf in ein großartiges Ferienzentrum verwandeln wird.
Doch lassen wir Campione hinter uns und schlagen die Straße ein, die von all denen, die nach Tremosine führen, am bezauberndsten ist: die Straße Forra, die von der Gardesana abzweigt. Es handelt sich um einen faszinierenden Canyon, der vom englischen Staatsmann Winston Churchill als das achte Weltwunder bezeichnet wurde. Beim Aufstieg stößt man auf einige gute Restaurants wie das Brasa oder das Forra.

Die erste Ortschaft, der man begegnet, ist Pieve, wo das Miralago oder das Paradiso mit seinem atemberaubenden Blick auf den Gardasee zum Verweilen einladen. Oder man erreicht Tremosine auf der Straße Tignalga, die von Tignale abzweigt. Sobald sich die Talebene hinter unseren Schultern zusammenschließt und wir sie nunmehr schon von oben betrachten, breiten sich vor unseren Blicken Wiesen und Felder aus. Nun gilt es, in der Käserei Caseificio Alpe del Garda von Polzone  eine kleine Rast einzulegen, um anschließend in Richtung Talebene San Michele die gleichnamige Klause zu erreichen. Von hier aus gelangt der Besucher zur Alm von Lorina (gute Kondition notwendig!), auf der genau wie auf den anderen Almweiden, die in Richtung Tremalzo weit verstreut sind, die Zeit stehen geblieben ist.

Der Tremalzo Pass ist auch von Vesio aus erreichbar, wo das Naturreservat des Bondotals auf uns wartet. In der kalten Jahreszeit ist bei wirklich rauen Wintermonaten eine Art zugefrorener See zu sehen, aus dem hohe Bäume herausragen. In den übrigen Monaten wartet das Tal mit den Farben des Maisanbaus auf. In Vesio empfehlt sich eine Labung im Restaurant "La Fenice e Hotel Sole ". Ein ruhiger Spaziergang zu Fuß oder mit dem Fahrrad führt von Vesio in Richtung Voiandes, sodann nach Sompriezzo und Secastello, um anschließend wieder nach Vesio zurückzukehren.

Eine sieben Kilometer lange Strecke, auf der man in Sompriezzo im Restaurant La Rocchetta einen Halt einlegen kann. Doch den anspruchsvolleren Besuchern fehlt es sicherlich nicht an ehrgeizigeren Zielen. Es besteht die Möglichkeit, von Campione nach Pieve hinaufzusteigen, und zwar auf der alten Straße, die einst von den Arbeitern auf dem Wege zur Baumwollspinnerei genutzt wurde. Interessant erscheint aber auch der Weg, der von Vesio zur Anhöhe des Notapasses mit seinem Kriegsfriedhof führt, um von dort in Richtung Tremalzopass weiterzugehen. In Tremosine konnten, trotz der neueren Entwicklung zum Fremdenverkehrsort, einige alte Traditionen beibehalten werden, die nun wieder in den Mittelpunkt allgemeiner Hochschätzung gebracht wurden. Dies ist der Fall der typischen Gastronomie, die an der Tradition festhält.


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Text: Bruno Festa
Publisher: Acherdo - Lago di Garda
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