Die vierte Provinz, die auf den Gardasee blickt, ist die Provinz Mantua. Ihr Landesgebiet grenzt zwar nicht direkt an den See an, doch von den Anhöhen der mantovanischen Hügel aus öffnet sich vor Ihrem Blick die enorme Weite des südlichen Gardasees. Zahlreiche Küstendörfer haben im Laufe der Jahrhunderte Handelsbeziehungen zum Hinterland von Mantua angebahnt und der Einfluss dieser Beziehungen ist vor allem in der einheimischen Küche zu bemerken. Vom unteren Gardasee aus erreichen Sie Mantua schnell und bequem: in einer guten halben Stunde sind Sie in der Hauptstadt der Ebene. Die Legende erzählt, dass die Wahrsagerin Manto auf ihrer Flucht aus Theben in die Ebene des Mincio-Flusses kam und dort eine Stadt gründete.
Dies ist also der legendäre Ursprung der Stadt Mantua. Die Etrusker, welche geschäftstüchtige Händler auf der Suche nach Eisen waren, hinterließen die ersten historischen Spuren in der Stadt; nach ihnen kamen die Römer. Der römische Dichter Vergil war die berühmteste Persönlichkeit dieser Epoche; danach prägte die Kultur der Langobarden und der Karolinger das Antlitz der Stadt, doch erst um das Jahr 1000 herum wurde Mantua zur Hauptstadt des gesamten Gebietes, was es Mathilde von Canossa zu verdanken hatte.
Mantua ist vor allem seiner Palazzi wegen berühmt. Diese Machtsymbole wurden nach den strengsten Richtlinien der Ästhetik gebaut und stellen heute außergewöhnliche Kunstwerke dar. In den vier Jahrhunderten, in denen die Familie Gonzaga über Mantua regierte, verwandelten sie die Stadt in eine Hofstadt mit einem königlichen Palast mit über fünfhundert prunkvollen Räumen, Hängegärten und Innenhöfen. Das Landschaftsbild Mantuas wird vom langsamen und gewundenen Verlauf seiner Flüsse bestimmt: Mincio und Po. Die Ebene wird von den Parks und dichten Hainen abgelöst, die die sanften Hügel des Gardasees zieren. Wahrhaft faszinierend sind die Seen von Mantua, die gut ausgestattete Kreuzschiffe befahren: vom unteren Verlauf des Mincio aus gelangen Sie über Ferrara bis nach Venedig und in die Adria.
Eine weitere Kostbarkeit besteht in der mantovanischen Küche: viele italienische und ausländische Experten zählen ihre Gastronomie zu den besten Beispielen der landestypischen und traditionellen Küche Italiens. Diese Küche für Fürst und Volk bietet sowohl einfache wie reiche, kunstvolle wie unverfälschte Gerichte, die jedoch stets aus den schmackhaften Produkten des großzügigen und fruchtbaren mantovanischen Bodens stammen.
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