Torbole sul Garda und Nago sind bereits seit vorgeschichtlicher Zeit bewohnt und waren während des römischen Reiches dicht besiedelt. Im Mittelalter bildeten sie eine einzige Gemeinde mit autonomen Gesetzen, die im Jahre 1647 von den Grafen von Tirol bestätigt wurden. In Nago sieht man heute noch die Ruinen der mittelalterlichen Burg Penede der Grafen von Arco. Sie wurde 1438 von Gattamelata erobert und im Jahre 1703 von den Truppen des Herzogs Vendôme geplündert und zerstört. In Torbole am Gardasee fallen besonders die malerischen Fischerhäuser auf, die sich als Zeugen der venezianischen Herrschaft (1440-1510) um den Hafen und das Zollhäuschen drängen. Torbole Nago unterstanden lange den Grafen von Arco und Castelbarco; die Habsburger herrschten hier hingegen von 1810 bis 1918. Der Aufenthalt von J. W. Goethe in Torbole am Gardasee im September 1786 erregte großes Interesse im deutschen Kulturkreis. Der Tourismus entwickelte sich langsam Anfang des 20. Jahrhunderts, gewann aber erst nach dem Bau der östlichen Gardesana-Straße (1929) und in der zweiten Nachkriegszeit an Bedeutung und an einer ständig ansteigenden Anzahl an Gästen.
Am 12. September 1786 weilte J. W. Goethe (Frankfurt 1749 - Weimar 1832) in Torbole am Gardasee. Der große deutsche Dichter hinterließ eine berühmte Beschreibung dieses Ortes: "In der Abendkühle ging ich spazieren und befinde mich nun wirklich in einem neuen Lande, in einer ganz fremden Umgebung. Die Menschen leben ein nachlässiges Schlaraffenleben: erstlich haben die Türen keine Schlösser; der Wirt aber versicherte mir, ich könnte ganz ruhig sein, und wenn alles, was ich bei mir hätte, aus Diamanten bestünde; zweitens sind die Fenster mit Ölpapier statt Glasscheiben geschlossen; drittens fehlt eine höchst nötige Bequemlichkeit, so daß man dem Naturzustande hier ziemlich nahe kömmt.....Den ganzen Tag verführen die Nachbarinnen ein Geschwätz, ein Geschrei, und haben alle zugleich etwas zu tun, etwas zu schaffen. Ich habe noch kein müßiges Weib gesehn.....Mein eigentlich Wohlleben aber ist in Früchten, in Feigen, auch Birnen, welche da wohl köstlich sein müssen, wo schon Zitronen wachsen."
Von Nago (222 m ü.d.M.) aus führt eine asphaltierte Straße 15 km weit durch eine naturbelassene und abwechslungsreiche Landschaft (Olivenbäume, Wald, Zedern, Buchen u. Weideland) bis zur Alm Malga Zures (600 m ü.d.M.) und zum Dos Casina hoch (1000 m ü.d.M.). Man kann den Monte Altissimo, auf dessen Gipfel sich die Schutzhütte Damiano Chiesa befindet, aber auch zu Fuß erreichen. Am Weg entlang findet man zahlreiche Zeugnisse aus dem Ersten Weltkrieg: Höhlen, Bunker, Schützengräben usw. Das Panorama, das man von hier aus genießen kann, ist einzigartig. Interessant ist auch die vorwiegend einheimische Vegetation.
Dank des konstanten Windes "Ora", der ab den ersten Nachmittagsstunden bis zum Abend aus dem Süden mit einer Geschwindigkeit von 10-12 m pro Sekunde weht, ist Torbole sul Garda ein wahres Surf-Paradies geworden. Malerische Segel beleben das ganze Jahr über den Wasserspiegel vor Torbole am Gardasee, welche außer dem strammen Wind auch das Verbot des Motorbootverkehrs nützen. Der Surfclub von Torbole Nago veranstaltet von Mai bis September zahlreiche Regatten von internationaler Bedeutung. In der Nähe des Parco Pavese, der Conca d'oro und der Hotels Paradiso und Lido Blu finden Sie zahlreiche Surf-Schulen.
Etwa 2 km südlich von Torbole sul Garda längs der Straße nach Malcesine befindet sich Corno di Bo, auch bekannt wegen seines Strandes "Spiaggia delle lucertole" (wörtlich: Eidechsenstrand). Das Corno di Bo (Bo-Horn) ist einer der beliebtesten Treffpunkte der Kletterfreunde. Es handelt sich hierbei um eine Steilwand direkt über dem Gardasee mit einer Rutsche von etwa 200 m Länge. Die Wand bietet leichte bis mittelschwere Aufstiege unterschiedlicher Länge, die gut mit kunststoffüberzogenen Ringen ausgestattet sind. Angesichts des milden Klimas kann man hier das ganze Jahr über klettern.