Tignale war einst Mittelpunkt eines römischen Gebietes, auf dem später eine christliche Pfarre entstand, zu der auch Valvestino und Campione di Tremosine gehörten. Im 10. Jh. war Tignale Besitz des Klosters von Leno und wechselte anschließend zur Diözese Brescia über, daraufhin zum Bischoftum von Trient, zu den Scaligern (welche die Burg wieder aufbauten) und zu den Visconti. Im August 1426 übergab Tignale die Festung den Venezianern und erhielt dafür Verwaltungsautonomie mit eigenen Statuten und eigener Rechtsprechung, fast als wäre die Gemeinde vom Rest der Riviera getrennt gewesen. Am 17. August 1617 wurde in Tignale, im Tal der Schmieden (valle delle fornaci), der Bandit Zuan Zanone, genannt "Zanzanù", durch Büchsenschüsse getötet. Der Bandit war jahrzehntelang der Schrecken der Riviera des Gardasees gewesen. Mit der Machtergreifung Napoleons folgte Tignale dem Schicksal der anderen Orte des Gardasees. Nach dem ersten Ersten Weltkrieg wurden die Grenzen des österreichisch-ungarischen Reiches bei Magasa und Valvestino aufgelöst.
Zahlreich sind die Feste der Schutzheiligen, die in der Gemeinde von Tignale gefeiert werden. Sie beginnen bereits am 14. Februar, dem Valentinstag, Schutzpatron von Aer; an diesem Tag wird die Segnung des Tiersalzes vorgenommen. Am 25. April, Ehrentag des Heiligen Marco, Patron von Piovere, findet die feierliche Prozession durch die Straßen des Dorfes statt. Am 10. August, S. Lorenzo, ist Fest in Olzano, am 15. August (Maria Himmelfahrt) in Gardola: anlässlich dieses wichtigen Festes wird am Vorabend (14.8.) die lebensgroße Muttergottesstatue mit einer Lichterprozession von der Wallfahrtskirche "Madonna di Montecastello" in die Pfarrkirche getragen. Am 16. August (S. Rocco) ist Fest in Oldesio, wo ein traditionelles Eselrennen (palio degli asini) stattfindet. Am 8. Dezember, Unbefleckte Empfängnis Mariä, wird in Prabione gefeiert. Der Prozession vom 7. September, Vorabend des Festes Mariä Geburt, folgt das ganze Dorf: nun wird die Madonna wieder von der Hauptkirche in Gardola zur Wallfahrtskirche Montecastello zurückgetragen.
Von Gardola aus erreicht man den Berggipfel Cima Piemp (1208 m) über mehrere Wege: zu Fuß oder mit dem Mountainbike über zwei Wanderwege und mit dem Auto über eine 8 km lange asphaltierte Straße. Hier haben die Mitglieder der Gebirgsjägergruppe von Tignale eine kleine, sehr urige Schutzhütte sowie eine kleine Kirche gebaut. Die Schutzhütte ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen in die Bergwelt, sie ist nicht bewirtschaftet, doch immer geöffnet und steht den Ausflüglern zur Rast, für eine Erfrischung oder zum Kochen zur Verfügung.
Vom Hafen von Tignale ("Pra de la fam") (65 m) nach Oldesio (450 m): Auf den ersten Blick erscheint diese Wanderung unmöglich, doch führt gleich hinter dem Zitronengewächshaus ein Wanderweg durch die Schlucht hoch, der vor kurzem von der Landschaftsschutz- kommission ausgebessert worden ist. Gehen Sie am Gebäude neben dem Zitronengewächshaus vorbei die steile Treppe hoch. Durch das enge Baès-Tal hindurch wandern Sie am Bergbach entlang und kommen dann durch schattige, terrassenartig angelegte Olivenhaine direkt nach Oldesio. In etwa einer Stunde erreichen Sie das Ziel und können von dort aus eine einmalige Aussicht über den Gardasee bis nach Sirmione und Peschiera del Garda genießen.