Salò in der GeschichteSalò Neugier Ein bisschen Geschichte

Im Verlaufe der Ausgrabungen bei Lugone sind zahlreiche Funde aus dem 1. bis 4. Jh. n. Chr. ans Tageslicht gekommen. Nachdem Salò nacheinander erst zu Brescia, dann zu den Visconti und später zu den Scaligern gehört hatte, wurde es 1377 die Hauptstadt der Gardaseeriviera. Aber erst nach 1426 gewann es so richtig an Bedeutung und Einfluss, als Salò am Gardasee Hauptstadt und Sitz der Regierung der "Magnifica Patria" wurde, eine Vereinigung von 42 Gemeinden des Gardasees und des Vallesabbia-Tales, die alle Venedig unterstanden. Neben der Landwirtschaft und dem Handel entwickelte sich damals auch die Leinenverarbeitung. Dem Untergang der Republik von Venedig folgte die Oberherrschaft der Franzosen und der Österreicher (1815-1859). Salò kam schließlich mit dem Rest der Riviera zum Königreich Sardinien und anschließend zum Königreich Italien.

Ab dem September 1943 wurde Salò eines der wichtigsten Zentren der italienischen Regierung: In der Via Brunati befand sich der Sitz der Agentur Stefani, die die offiziellen Presseerklärungen herausgab; in der Villa Simonini (heute Hotel Laurin) befand sich das Außenministerium; in der Villa Castagna das Polizeikommando und in der Villa Amadei hatte der "Minculcop", das Ministerium für Volkskultur, seinen Sitz.

Beobachtungsstation für Meteorologie, Erd und Seebeben in SalòSalò Das Observatorium

Das Observatorium wurde 1877 gegründet und Professor Pio Bettoni anvertraut, welcher Temperatur, Luftdruck und Niederschlag maß und seine Beobachtungen des Himmels aufzeichnete. 1889 wurde auch das geodynamische Observatorium gegründet, welches nach dem Erdbeben im Jahre 1901 für die wissenschaftliche Forschung von großer Bedeutung wurde. Die in 120 Jahren gesammelten Daten bilden ein interessantes Archiv nicht nur für die Stadt Salò, sondern für das ganze Gardasee-Gebiet.

Ein Ausflug auf den Monte S. BartolomeoSalò Ein Ausflug auf den Monte S. Bartolomeo

Steigen Sie die heilige Treppe, die "scala santa", hinauf und überqueren Sie die Gardesana, dann nehmen Sie die Abzweigung nach Renzano. Durch Olivenhaine hindurch erreichen Sie die Wallfahrtskirche Madonna del Rio (177 m), die von uralten Zypressen umgeben ist und die - so will es die Legende - im 18. Jh. auf am Ort der Erscheinung der Madonna errichtet worden ist. Der Weg steigt an, bis er an den Sennereien von Milordino und den höher gelegenen Häusern von Milord entlang führt und schließlich die Wallfahrtskirche Madonna del Buon Consiglio di Bagnolo erreicht.

Wenn Sie den Pass Stecca (458 m) und die Ortschaft Gardesina erreicht haben, können Sie eine herrliche Aussicht auf den Gardasee genießen: Sie sind nun nicht mehr weit von der Siedlung und der Wallfahrtskirche San Bartolomeo entfernt. Nach einer letzten Anstrengung erreichen Sie schließlich das Horn (Corna) (568 m), eine felsige Spitze: von hier aus haben Sie ein sagenhaftes Panorama auf die gesamte Bucht von Salò. Die Wanderung kann in etwa drei Stunden bewältigt werden.

Gasparo da Salò (1540 - 1609)Gasparo da Salò (1540 - 1609) der berühmteste Bürger von Salò

Gasparo Bertolotti, besser bekannt als Gasparo da Salò, war seit 1562 in Brescia in der Werkstatt des Gerolamo Virchi tätig. Viele schreiben ihm die Erfindung der vierseitigen Geige zu. Seine Büste kann man in der Ratskammer des Gemeindegebäudes von Salò bewundern. Ein Gedenkstein an der Kirche S. Giuseppe in Brescia erinnert ihn mit den Worten "Meister in der Kunst der Lautenmacher" ("nell'arte dei liutai maestro"), weil "er der modernen Geige beinahe Seele und Verstand gab" ("diè quasi anima e senso al violino moderno").