Am letzten Samstag im August findet in Riva del Garda traditionell di "Notte da Fiaba" statt. Musik und funkelnde Lichter werden von den beeindruckenden Farben des großen Feuerwerks in den Schatten gestellt. Die Stadt erinnert damit an ein historisch wichtiges Ereignis. Im Jahre 1439 waren Venedig und Mailand, mit denen Riva del Garda alliiert war, einem blutigen Kriege ausgesetzt. Um die Truppen der Visconti von hinten zu überraschen, ließ die Republik Venedig eine Flotte von Galeeren und anderen Schiffen der Adriativo über die Etsch, den Loppio-See und den San Giovanni-Pass bis nach Torbole sul Garda und bis auf den Gardasee transportieren. Dieses unglaubliche Unternehmen ermöglichte es den Visconti, unter Befehl von Nicolò Fortebraccio, genannt Piccinino (der Winzling), am 29. September 1439 die Schlacht auf dem Gardasee, in der Nähe von Toscolano Maderno, zu gewinnen. Um eine Mannschaft für die Schlacht zu wählen, findet in der "Notte di Fiaba" ein Wettstreit zwischen den verschiedenen Stadtvierteln (quadre) statt. Die verschiedenen Gruppen müssen eine Reihe an seemännischen Proben bestehen. Die Mannschaft, die siegt, wird von einem Ehrengeleit in historischen Kostümen bis zum Hafen begleitet. Anschließend steigt die erwählte Mannschaft die Stadtbanner tragend symbolisch auf eine Galeere.
Sie stammt ursprünglich aus dem Jahre 1159, wurde 1540 neu aufgebaut und ist vor kurzem restauriert worden. Im Garten befinden sich das Denkmal der Gebirgsjäger und der Gefallenengedenkstein.
Sie stammt aus dem Jahre 1603 und wurde achteckig gebaut. In ihrem Inneren ist sie im Barockstil und mit goldenen Stucken dekoriert. Die Wandmalereien stammen von Pietro Ricchi und Teofilo Turri. Die Dekoration der Kuppel stammt von Martino Teofilo Polacco. An den Altären befinden sich Altarbilder von Palma dem Jüngeren und Guido Reni. Der Hauptaltar ist mit altgrünem und rotem französischen Marmor verkleidet, während die Chorstühle aus geschnitztem Holz sind und Szenen aus dem Testament darstellen. Die Kirche ist eines der schönsten Beispiele der barocken Architektur der Trentiner Gegend.
Zu den vielen berühmten Gästen, die Riva del Garda mit Stolz und Freude beherbergt hat, zählen auch Franz Kafka und die Brüder Heinrich und Thomas Mann, welche Ende des 19. und Anfang des 20. Jhs. hier verweilten. Franz Kafka (Prag 1883 - Kierling 1924), Autor von zahlreichen Romanen und Erzählungen, wählte 1909 Riva am Gardasee für einen Urlaub, den er 1913 wiederholte. Heinrich Mann (Lübeck 1871 - Santa Monica 1950), Autor von Romanen, Erzählungen und Dramen, verbrachte in Riva del Garda insgesamt etwa zweieinhalb Jahre, aufgeteilt auf über 20 Aufenthalte. In einem Brief vom Oktober 1893 schreibt er folgendes:
"Hier ist es sehr still ... Der Gardasee ist wunderschön; es gibt Bootsfahrten, Wanderwege, Wasserfälle, eine alte und graziöse Kleinstadt, ein gutes Hotel mit ausgezeichneter Kost, Dinge, die ein unbeschreibliches Gefühl der Sicherheit geben!" Er war beeindruckt von dem Licht und von dem makellosen Azur des Sees: "Ich bin im Stande, mich an dem leuchtenden Streifen silberner Reflexe zu erblinden, welche die Mittagssonne auf die ganze Länge des Sees wirft, um ein kleines Boot zu suchen, welches darin verloren scheint, und denke, dass man es - auch wenn dies vielleicht unmöglich ist, weil niemand es sehen kann - zeichnen muss: dieses Heer vor silbernden Sternen, in welchem sich der schwarze Punkt bewegt."
Thomas Mann (Lübeck 1875 - Zürich 1955), Nobelpreisträger für Literatur im Jahre 1929, besuchte Riva del Garda zwischen 1901 und 1904 mehrmals. In einem Brief schrieb er: "Am Morgen rudere ich immer mehrere Stunden auf dem Gardasee und besonders am Anfang bin ich immer sehr fasziniert... Es ist etwas ganz besonders Bewegendes, wenn man nach einer langen Zeit der Unruhe wieder auf dieser sonnigen Ruhe gleiten kann, süss flüsternd und schwappend, umgeben von strengen Bergen." Auch seine Eindrücke vom Wasserfall von Varone sind bemerkenswert: "Der Wasserfall von Varone: Im Hintergrund des engen, tiefen Schlundes, aus Massen von bäuchlichem Fels geformt, nackt, glitschig wie riesige Fischleiber, ergießt sich unten die Wassermasse mit einem sinnlosen Getöse. Das irre und kräftige Tosen betäubte, flößte Angst ein und verursachte Gehör-Halluzinationen. Man hörte sie hinter sich, über sich und von allen Seiten drohende und verwarnende Rufe, Trompeten und grobe Männerstimmen. Oben, vom Tunnel, sah man hinab in die fantastische Schlucht, in deren Tiefe das elektrische Licht rot leuchtete: ein Eingang zur Hölle, zur Schmiede von Vulcano."