Die Legende von Limone sul Garda

Die Legende erzählt von der Liebe des Gottes Benacus und der Nymphe Phillis. Aus dieser Liebe gingen die Zwillinge Grineo und Limone hervor. Der Vaters wünschte, dass sich Grineo dem Fischfang und Limone der Landwirtschaft widmen sollte. Aber schon in frühester Jugend zogen die Zwillinge die Jagd auf den Hängen des Monte Baldo vor. Eines Tages aber wurde Limone auf der Jagd von einem Wildschwein angegriffen und getötet.
Phillis wandte sich verzweifelt an ihren Gemahl, damit er ihren Sohn wieder ins Leben zurückzurufen möge. Benacus kam der Bitte nach, ließ ein Getränk aus geheimnisvollen Blüten aufgießen und seinem Sohn einflößen. Das Wunder geschah. Limone ließ sich gehorsam gegenüber dem Monte Baldo in einer kleinen windgeschützten Bucht nieder. Dort baute er die Frucht an, die von ihm den Namen erhielt.

Spazier- und Wanderwege in Limone sul GardaSpazier- und Wanderwege

Es gibt viele Möglichkeiten, auf gemütlichen Spaziergängen eines der interessantesten Gebiete am Gardasee kennenzulernen. Zu allen Jahreszeiten kann man über den Strand entlang vom Platz Alessandro de Gasperi bis nach "Nanzèl" laufen, oder auf reizenden Wanderwegen die Olivenhaine durchqueren. Auf dem "Sentiero del sole" (=Sonnenpfad) kann man eine herrliche Aussicht auf den Gardasee genießen.
Über diesen Weg, der vom Dorfplatz ausgeht, erreichen Sie die Höhlen, in denen sich die Leute während des Ersten Weltkrieges in der Ortschaft "Reamòl" versteckten. Die Gruppe der Gebirgskämpfer (Alpini) organisiert im Juli und August jeden Donnerstag eine geführte Wanderung dorthin. Für die anspruchsvolleren Wanderer bietet das Hinterland von Limone sul Garda viele andere Möglichkeiten: Die Wanderwege sind gut gekennzeichnet und das ganze Jahr über begehbar.
In den Verkehrsbüros gibt es Wanderkarten, auf denen Wege, Schwierigkeitsgrade und Wanderzeiten genau verzeichnet sind. Von Juni bis September organisiert die Gruppe Alpini jeden Sonntag eine Wanderung von Limone am Gardasee bis zur Berghütte "Bonaventura Segala" (1215 m).
Sie starten um 7.30 Uhr vom Busbahnhof an der Staatsstraße und kehren um 17.00 Uhr zurück. Die geführte Wanderung ist unentgeltlich. Für weitere Informationen und Anmeldungen wenden Sie sich an die Verkehrs- und Reisebüros.

Die Zitronen in Limone sul GardaDie Zitronen

Die Herkunft des Namens "Limone sul Garda" ist noch ungewiss, aber ganz sicher hat der Name nichts mit der Zitrusfrucht zu tun. Viele Gelehrte neigen dazu, den Namen dem lateinischen Wort "Limen" (Grenze) zuzuordnen. Eine Grenze verlief seit dem 10. Jh. zwischen Limone sul Garda und Riva del Garda. Anschließend verlief dort die Grenze der Republik Venedig, des lombardisch-venezianischen Reiches und des Italienischen Königreiches. Die Grenze förderte bis zum Jahre 1918 Schmuggel und Zwiste.
Sicher ist allerdings, dass man in Limone am Gardasee seit dem 18. Jh. Zitronen anbaut. Am Anfang des 18. Jh. wurden die Zitronen fast industriemäßig angebaut. So wurden Gewächshäuser aus Mauerwerk gebaut, um die Pflanzen in den Wintermonaten vor der Kälte zu schützen. Der ganze Golf kleidete sich mit Mauern, Treppen, Portalen und Balken aus Holz, auf denen man von November bis März die Schutzvorrichtungen aus Glas und Brettern befestigte, um die überaus empfindlichen Zitruspflanzen zu schützen.
Limone sul Garda ist auch heute noch davon gezeichnet und bietet einen bezaubernden Anblick, der oft in Bildern und Beschreibungen verewigt wurde. Etwa drei Jahrhunderte lang galt Limone sul Garda als der Ort der Zitronen.

Johann Wolfgang Goethe und Limone sul GardaJohann Wolfgang Goethe und Limone

Am 13. September 1786 fuhr Johann Wolfgang Goethe (Frankfurt 1749 - Weimar 1832) mit dem Boot von Torbole sul Garda nach Malcesine und beschrieb ganz verzaubert den Anblick der großen Zitronengewächshäuser: "Heute morgen, um drei, fuhr ich von Torbole am Gardasee mit zwei Ruderern ab. Am Anfang war der Wind günstig, so dass wir uns des Segels erfreuen konnten. Der Morgen war leuchtend, wenn auch wolkig, aber am Sonnenaufgang still. Wir passierten Limone sul Garda, dessen Gärten, in Terrassen geformt und mit Zitronengewächsen bepflanzt, einen reichen und schönen Anblick haben.
Der Garten besteht aus Reihen von viereckigen weißen Pfeilern, die in einem gewissen Abstand stehen und sich als Treppe auf den Berg hinaufdrängen. Ueber jenen Pfeilern sind starke Balken gelegt, um die Pflanzen im Winter abzudecken. Die Beobachtung und Bewunderung jener schönen Gegenstände war bevorzugt von der langsamen Schiffahrt: Und so waren wir an Malcesine vorbei, als der Wind vollkommen seine Richtung änderte und nach seinem üblichen nach Norden wehte." Ebenso treffend beschreiben auch die Verse, die Johann Wolfgang Goethe seiner Mignon in den Mund legte, das Landschaftsbild von Limone am Gardasee:


Kennst du den Ort, wo die Zitronen blüh'n?
Im grünen Blätterwerk gold'ne Orangen leuchten,
ein sanfter Wind vom Himmel weht,
still die Myrte, hoch der Lorbeer.
Kennst du ihn gut?
Dahin, dahin
möchte ich mit dir, oh mein Herr, geh'n!
Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,
es glänzt der Saal, es funkeln die Zimmer,
Marmorstatuen schauen mich starre an:
Aber dir, armes Kind, was haben sie getan?
Kennst du es gut?
Dahin, dahin
möchte ich mit dir, oh mein Herr, geh'n!
Kennst du den Berg, den Pfad, der im Himmel dreht?
Wo das Maultier den Weg im Nebel sucht,
sich in den Grotten die Drachensippe verbirgt,
der Fels fällt, auf ihn der Wildbach.
Kennst du ihn gut?
Dahin, dahin
führt der Pfad; Herr, geh'n wir!