Diese Schutzhütte befindet sich am Fuße des Monte Spino in einer Höhe von 1.165 m und ist aus einer alten Kaserne der Finanzbehörde umgestaltet worden. Sie besitzt ein Biwak und gut ausgestattete Zimmer für die Unterkunft und Rast der zahlreichen Ausflügler, die sich zu Fuß, zu Pferde oder mit dem Mountain-Bike in die Berge des Hinterlandes wagen. Die Schutzhütte ist ein beliebtes Wanderziel für alle Ausgangspunkte im Valvestino und im Valle Sabbia. Informationen: C.A.I. Salò, Via S. Bernardino 26, Tel. 0365/520101.
In Fasano wurden einige Gedenksteine aus der römischen Zeit gefunden, die annehmen lassen, dass Fasano die älteste Ansiedlung von Gardone Riviera war. 1215 entbrandete zwischen den Familien Ugoni und Monte Cucco ein Streit um den Besitz der Burg. Von 1426 bis 1797 gehörte Gardone am Gardasee, zusammen mit Toscolano, welches der "quadra" von Maderno angeschlossen war, zur Republik von Venedig. Von 1815 bis 1859 gehörte es zum Reich Lombardei-Venetien und wechselte nach dem 2. Unabhängigkeitskrieg mit der gesamten Riviera erst zum Königreich Sardinien, dann zum Königreich Italien. Der Anbau von Olivenbäumen und Zitronengewächsen, die Leinenverarbeitung, der Fischfang, das Abholzen für die Kohle-gewinnung und die Herstellung von Nägeln waren jahrhundertelang die wichtigsten Einnahmequellen. Am Ende des letzten Jahrhunderts zog auf Initiative des Ing. Luis Wimmer (1842-1883), erster Besitzer und Geschäftsführer des Grand Hotel, der Tourismus in Gardone Riviera ein. Dank seines besonders günstigen Klimas zog Gardone vor allem im Winter zahlreiche deutsche und österreichische Gäste zur Kur an. Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Hotels "Savoy", "Monte Baldo" und "Grand Hotel Fasano" sowie der "Kursaal" (heute Kasino genannt), wo man sich der Sonnenkur unterziehen oder an Festen und Konzerten teilnehmen, spielen und spazieren gehen konnte. Am 15. März 1903 kam auch König Georg von Sachsen nach Gardone Riviera. Von 1920 bis 1938 lebte hier Gabriele d'Annunzio. Von 1943 bis 1945, während der Italienischen Sozialrepublik (Repubblica Sociale Italiana = R.S.I., oder Republik von Salò) beherbergte Gardone am Gardasee die japanische Botschaft, das deutsche General- konsulat, die deutsche Botschaft, die Büros der "SS", das militärische Vermittlungskommando und den Leibarzt Mussolinis, Dr. Zacharia. Anschließend kamen die Offiziere und Soldaten der amerikanischen Armeen.
Hierbei handelt es sich um einen einzigartigen Komplex von besonderer Ausstrahlung. Das Vittoriale degli Italiani war ehemals Besitz des deutschen Kunstkritikers Henry Tode (verwandt mit Liszt und Wagner). 1921 wurde es von Gabriele d'Annunzio erworben, der hier sein Wohnhaus, die "Prioria", wollte und es mit geschichtlichen Erinnerungsstücken, wertvollen Gegenständen und einer Bibliothek mit 33.000 Bänden bereichert hat. In seinem Arbeitszimmer "Officina" (=Werkstatt) thront eine Büste der von ihm geliebten Eleonora Duse, die "verschleierte Zeugin" ("testimone velata") seiner Arbeit. Sehenswert ist besonders das Cheli-Zimmer: Speisesaal für die Gäste im Decò-Stil mit in lebhaften Farben gehaltenen Holztäfelungen und Tischen voller Kostbarkeiten und Statuen orientalischer Gottheiten. Ebenso interessant ist das Leda-Zimmer: Schlafzimmer mit Ritualstatuetten, Erinnerungsstücken und Chinoiserie. Gegenüber der "Prioria" befindet sich der "Schifomondo", das neue Haus von d'Annunzio, welches er nie bewohnte und in dem sich das Museum (museo dannunziano) befindet. Durch den Garten erreicht man das auf einem Hügel aufgestellte Schiff "Puglia", welches dem Dichter 1925 von der italienischen Kriegsmarine geschenkt wurde. Zum Gardasee hin ausgerichtet ist das nach den Modellen von Pompeji und Taormina gebaute Freilichttheater. Es wurde 1930 von dem Architekten Gian Carlo Maroni entworfen und hat ein Fassungsvermögen von 1.500 Personen. Während der Sommerspielzeit werden hier Theaterstücke, Operetten und Ballette aufgeführt. Im Auditorium ist das Flugzeug SVA ausgestellt, mit dem Gabriele d'Annunzio am 9. August 1918 seinen Flug über Wien ausführte, bei dem er Propaganda - Flugblätter für die italienische Sache abwarf. Außerhalb des Auditoriums ist der Fiat T4 aufbewahrt, mit dem der Dichter am 12. September 1919 triumphal in Fiume einzog. In erhöhter Lage befindet sich das Mausoleum, auf dessen Gipfel sich zusammen mit den Resten seiner geliebten "fiumani", Kriegskameraden, der Leichnam des Dichters befindet. Das Vittoriale in Gardone am Gardasee steht für ein in der ganzen Welt einzigartiges Spektakel der Kunst und Kultur. Zum Vittoriale gehört ein Freilichttheater, das 1.500 Personen Platz bietet und in einem herrlichen Park mit einer großartigen Aussicht liegt. Hier wird in den Monaten Juli und August ein exklusives und anspruchsvolles Programm mit Ballett, Operetten, Prosa, und Kabarett sowie mit klassischer und leichter Musik aufgheführt. Der Besuch des Vittoriale degli Italiani kann auf drei verschiedene Arten erfolgen: BESICHTIGUNG DES VITTORIALE einschließlich des Parks, des Mausoleums, des "Schifamondo", des Kriegsschiffes Puglia, der Mas und der zeitgenössischen Maschinen. BESICHTIGUNG DES VITTORIALE UND DER "PRIORA", einschließlich des Besuchs der Wohnung des großen Poeten, eines wahren Museums (mit Führung; die Karten für die Führung können am Eingang des Vittoriale gekauft werden BESICHTIGUNG DES VITTORIALE, DER "PRIORA" UND DES KRIEGSMUSEUMS ÖFFNUNGSZEITEN: Vom 1. Oktober bis zum 31. März ist das Vittoriale von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Die "Prioria" und das Kriegsmuseum können von 9.00 bis 13.00 und von 14.00 bis 17.00 Uhr besichtigt werden. Vom 1. April bis zum 30. September ist das Vittoriale von 8.30 bis 20.00 Uhr geöffnet. Die "Prioria" und das Kriegsmuseum können von 9.30 bis 19.00 Uhr besichtigt werden. Die "Prioria" ist montags geschlossen – Das Kriegsmuseum ist mittwochs geschlossen.
Von 1901 bis 1910 war Villa Itolanda der geliebte Wohnsitz des deutschen Dichters Paul Heyse (Berlin 1830 - München 1914), Nobelpreis für die Literatur 1910. Ein beeindruckendes Zeugnis seiner Liebe zu Gardone Riviera ist das Gedicht "Letzter Wille": ... Der Tag an dem das Leben gehen wird / und ich nicht mehr aufwachen kann, / in welchem Ort oder welcher Stadt ist mir unwichtig, / das Bett werden sie mir machen wollen. / Eine ruhige Grube würde ich hier mögen, / unter diesen Zypressen, / wo ich mit meinen süßen Träumen rastete / und wohin ich meine Schritte richtete. / ... Am Ufer meines Sees, auf dessen Seiten / der Frieden die Flügel schlägt, / würde ich mir mit dem Murmeln der Wellen / ein Zikadengezirpe anhören, / würde ich vom hohen Monte Baldo grüßen, / dem eingeschlafenen Gipfel, / schwärzlich auf dem Gardasee, und stolz und unabänderlich, / von Sternen gekrönt. / ..."