Letztes update:  07.09.2010 14:05:00
Garda in der GeschichteGarda Neugier  Ein bisschen Geschichte

Hier sind zahlreiche vorgeschichtliche, frühgeschichtliche und romanische Funde gemacht worden. Garda, ein strategischer Punkt für Verteidigung und Verwaltung, war in den Händen der Goten, Langobarden und der Franken. Ihnen folgten die Scaliger, Visconti und Venezianer.
Mit einer Urkunde aus dem Jahre 1452 erhielt die "Corporazione degli antichi originari"(die Gemeinschaft der ursprünglich Ortsansässigen) das Recht, in besonders fischreichen Punkten des lago di Garda zu fishen. Verhängnisvoll war hingegen die Pestepidemie von 1630. Sie reduzierte die Bevölkerung auf weniger als 200 Personen!
Im 17. Jh. wurde auch das Eremitenkloster "convento degli eremiti camaldonesi" auf dem Monte S. Giorgio errichtet. Unter Venedig war Garda der Sitz des "Capitano del Lago". Die Wirtschaft lebte größtenteils von Handel und Fischfang. Mit dem Kongress von Wien (1815) trat Garda in das Königreich Lombardei- Venetien ein. Am Ende des III. Unabhängigkeits-Krieges wechselte es 1866 zum Königreich Italien über.

Die Rocca (der Felsen von Garda) und CarducciGarda Die Rocca (der Felsen von Garda) und Carducci

Seit der Zeit des Königs Teoderich, oder vielleicht auch schon seit der römischen Herrschaft, beherrschte von der "rocca"- dem massigen rechteckigen 294 m hohen Sporn über Garda - eine Burg den Gardasee. Dort spielte sich im 10. Jh. das Abenteuer der Adelaide ab, Witwe von Lotario, Königin von Italien, "dann Kaiserin, dann Heilige", welche dort gefangengehalten wurde.
So schrieb der Dichter Giosuè Carducci:
"Siehe dort Garda, wie sich der dunkle Felsen über den flüssigen Spiegel erhebt, die Mär von alten Städten und fremden Königinnen singend..."

Palazzo Carlotti von GardaGarda Palazzo Carlotti

Der Palazzo Carlotti in Garda ist ein großes Gebäude aus dem 16. Jh. fasziniert durch seine elegante Linien, mit einem Turm, einer Außentreppe und einem Bogengang. Sie werden normalerweise Sammicheli zugeordnet. In seinem Inneren sind noch einige schöne Türen erhalten sowie eine zu einem großen Saal gehörende Decke von der die ganze Balkenlänge sichtbar ist.

Il monte Luppia hinter GardaGarda Il monte Luppia

Die felsige Anhöhe (418 m) ist von mediterraner Vegetation bedeckt und erhebt sich hinter San Vigilio. Der Monte Luppia ist Ziel vieler Ausflügler. Der Pfad führt von der Ortschaft Castei bis nach Brancolino, Albisano und Torri del Benaco oder Richtung Senge. Auf diesem Pfad kann man herrliche Aussichten auf den Gardasee genießen. Außerdem trifft man auf große Gletscherstreifen, auf denen man noch prähistorische Felsenmalereien sieht.

Punta San Vigilio (die Bucht San Vigilio)

3 km von Garda entfernt, handelt es sich hierbei um eines der romantischsten und berühmtesten Fleckchen am Gardasee - "die hellste und luftigste Stelle" wie Riccardo Bacchelli geschrieben hat, ganz von Olivenbäumen und Zypressen umgeben. Dort befindet sich auch die kleine antike Kirche San Vigilio und die aus dem 16. Jh. stammende Villa, die einst dem Grafen Agostino Brenzoni gehörte. In ihr befindet sich das Kunstwerk "ride e respira il genio umanistico" von Sammicheli, welcher auch den Plan entworfen hat.