Die Gemeinde Gardone Riviera besteht aus acht Ortsteilen: Fasano (an der Grenze zu Toscolano Maderno) und Gardone Sotto liegen am Gardasee; Gardone Sopra, Montecucco, Supiane, Morgnaga und Tresnico befinden sich in Hügellage und am höchsten, am Anfang des Tales Val di Sur, liegt San Michele. Das Gebiet, das am Ufer von den Wildbächen Bornico (östlich) und Barbarano (westlich) begrenzt ist, wird von den Bergen Lavino (907 m), Forametto (1240 m) und Spino (1488 m) beherrscht. Das Hinterland in Richtung Valsabbia ist noch richtig urtümlich, waldbedeckt und besitzt zahlreiche Wanderwege und Maultierpfade. Bemerkenswert ist die Verschieden- heit der exotischen Vegetation: Zedern, Magnolien, Kampferbäume, Palmen, usw. Sie macht aus Gardone am Gardasee eine "Gartenstadt", die international bekannt ist. Villen und Hotels inmitten von großen Parks am Seeufer bewahren die ursprünglichen Eigenheiten des Jugendstils vom Ende des 19. Jahrhunderts.
Die Villa Alba in Gardone Riviera entstand in den ersten Jahren des 20. Jh.; der Entwurf des deutschen Architekten Schäfer lehnt sich an die Akropolis in Athen an. Die Villa war der Besitz der Familie Langensiepen. Der Bau im klassizistischen Stil beeindruckt durch eine majestätische Fassade mit Säulengängen, eine auf Karyatiden ruhende Loggia, einen mit Basrelieffiguren geschmückten Giebel und eine monumentale Freitreppe. In den sechziger Jahren wurden die Villa und der Park von der Gemeinde aufgekauft, die hier das erste Kongresszentrum am Gardasee einrichtete.
Die Villa befindet sich direkt am See und ist von einem schönen Park mit jahrhundertealten Bäumen umgeben und war Besitz von Otto Vézin, der deutscher Herkunft aber amerikanischer Staatsbürgerschaft war. Sie wurde 1915-1918 enteignet und 1928 von Emilio und Paola Botturi-Polenghi erworben, die sie restaurieren und mit Fresken im toskanischen Stil des 16. Jh. schmücken ließen. Die Villa war Zeuge der Liebe zwischen Mussolini, bereits am Ende seines politischen Abenteuers, und Claretta Petacci, die sich hier im Herbst 1943 als Gast des "Roten Saals" ("sala rossa") im 2. Stockwerk aufhielt.
1901 kam der berühmte Zahnarzt und Wissenschaftler Arthur Hruska nach Gardone am Gardasee, um persönlich die Besonderheiten des Klimas am Gardasee kennen- und schätzen zu lernen. Zwischen 1910 und 1971 schuf er um seinen Wohnsitz herum den Botanischen Garten, der sich auf über eineinhalb Hektar ausdehnt und in dem sich mehr als 500 verschiedene Pflanzenarten aus allen Kontinenten und Klimazonen befinden, wie Magnolien, Tibet-Primeln, Schilfe jeder Größe, Iris und grüne Farne, unter denen die "Osmunda regalis" einen Ehrenplatz einnimmt. Reich vertreten sind auch die fleischfressenden und die subtropischen Pflanzen. Außerdem findet man hier zahlreiche Wasserpflanzen, die auf kleinen Teichen zwischen den Wasserspielen der typisch japanischen Landschaftsarchitektur blühen. Zum Botanischen Garten gehört des weiteren ein dichter Bambuswald. Die Alpenblumen sind umschlossen von Felsen, Spalten und Schluchten. Der Botaniche Garten ist seit 1988 Besitz der Stiftung Andrè Heller (des österreichischen Komödianten und Schriftstellers) und von März bis Oktober von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Informationen: Stiftung Andrè Heller, Botanischer Garten "A. Hruska", Via Roma, 25083 Gardone Riviera.
Die Kirche S. Nicolò von Gardone Riviera ist ein Werk des Architekten Paolo Soratini aus Lonato und wurde auf einem schon seit 1391 bestehenden Gebäude erbaut. Sie wurde 1740 beendet und beherbergt zwei Gemälde ("La Pietà" und "Pentecoste") von Zenon Veronese (1484-1553); ein Gemälde von Palma dem Jüngeren (1570-1596), welches die Madonna, Jesus, S. Michele, S. Nicolò und den Abt Sant'Antonio darstellt; ein Gemälde mit San Nicolò, dem Abt Sant'Antonio und die Heiligen Faustino und Giovita von Andrea Celesti (1637-1712); Fresken von Francesco Monti (1683-1768), darunter "Assunzione di Maria" (Maria Himmelfahrt) (von 1750 ca.) sowie die 14 Bilder der "Via Crucis" (des Kreuzweges) von Augusto Lozzia. Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit ist das Abbild der "Madonna di Fraole" (erster Altar links), zu deren Ehre Anfang Oktober ein großes Fest mit Prozession gefeiert wird. Die zum Gardasee hin gerichtete Apsis ist von einer charakteristischen Galerie umgeben, die eine herrliche Aussicht auf den Gardasee, von der Punta S. Vigilio bis hinunter nach Peschiera del Garda, Sirmione, über die Rocca von Manerba und die Insel Garda, bietet.