Ein Grund mehr für einen Aufenthalt am Gardasee: unter Ölbäumen, Buchen und Kastanienbäumen - Als Mutter Natur beschloss, den Gardasee zu schaffen, sparte sie sicher nicht an Kraft und malte mit allen ihr zur Verfügung stehenden Farben. Sie verteilte diese großzügig auf Berge und Hügel. Sie nahm schillernde Azurtöne für das Wasser und die gesamte Farbpalette für die reiche, üppige Vegetation.
Jede Jahreszeit, vielmehr alle Jahreszeiten haben am Gardasee ihren Reiz, ihre eigene Farbenpracht, die wir mit großen Augen betrachten und die immer wieder mit neuen und anderen Gefühlen und Eindrücken erfüllt. Zur Freude von Ausflüglern und Botanikern, Malern und Fotografen, Feinschmeckern und hedonistischen Philosophen, die das Schöne und Gute pflegen, halten Herbst und Winter überraschende Licht und Farbspiele, anregende Düfte und neue Geschmackserlebnisse bereit.
So erleben wir also erneut und in einem anderen Licht den Brescianer, Trienter und Veroneser Teil der Bergwelt, abgelegen und unberührt, eine Oase der intakten Natur. Hier haben viele Tiere ihr ideales Habitat in Buchen, Tannen und Hainbuchenwäldern gefunden. Das Landschaftsbild ist geprägt von Hochebenen und Wiesen, die sich abwechseln mit tiefen Tälern und den Rahmen bilden für kleine Ortschaften, Almen und abgelegene Schutzhütten. Es sind die Farben und Lichtreflexe der Wälder im Valvestino und in der Hochebene von Tignale und Tremosine, die am Brescianer Ufer des Gardasees liegen. Und es sind die Farben und Lichtreflexe der Berge auf der Veroneser Seite, jenes Monte Baldo, der als Garten Europas gilt und wo im Winter auch Schnee liegt. Hier auf den ersten Ausläufern des Baldo - ein unvergleichlicher Aussichtspunkt - beginnt das Bergdorf San Zeno di Montagna. Der kleine Ort mit ungefähr 1 800 Einwohnern ist in der Tat ein Balkon über dem Gardasee. Von hier reicht der Blick über das Wasserblau des Sees von Sirmione bis Riva del Garda und ist eine hervorragende Beobachtungsstation für Sonnenuntergänge und Blickreisen von den Moränenhügeln im Süden zu den fleckenartigen grünen Olivenhainen und zu den lombardischTrientiner Voralpengipfeln im Norden.
Hinter dem Dorf erkennt man die Gipfel des Monte Baldo mit Bergweiden, Wäldern und Kastanienhainen und einer ganz besonders reichen, üppigen Flora, die dem Gebirge den Beinamen Garten Europas einbrachte. Eine Eigenheit des Ortsgebietes von San Zeno ist die Ebene, die sich einige Kilometer lang auf einer durchschnittlichen Höhe von 600 Metern hinzieht und von kleinen altherkömmlichen Siedlungen mit jeweils eigener Identität gesäumt ist. Bezugspunkt ist Contrada San Zeno mit der Pfarrkirche und der gleichnamige Platz, auf dem jeden Montag der traditionelle Wochenmarkt stattfindet. In unmittelbarer Nähe befinden sich Ca' Schena, Ca' Sartori sowie Contrada Ca' Montagna mit dem auf das 15. Jahrhundert zurückgehenden Palazzo, der heute als Sitz des Gemeinderates, der Bibliothek und des Amtssitz der Forstverwaltung dient. Es folgen Contrada Castello und Laguna unlängst saniert und weiter die Straße entlang, die hinab zum Ortskern von Brenzone sowie zur Contrada Borno und Villanova führt. Schlägt man dagegen jene Straße ein, die an der vorhergehenden Abzweigung nach rechts führt, stößt man auf Pora, Baitei sowie Corubio in sehr ländlicher Gegend mit Feldern, Weiden und Jahrhunderte alten Kastanienwäldern, aus denen die wohlschmeckenden SanZenoMaronen mit geschützter Herkunftsbezeichnung stammen. In Corrubio angelangt, teilt sich die Straße. Links geht es über Pra Bestemà nach Prada, eine bezaubernde Ortschaft mit der längsten terrassenartigen Wiese des Baldo und herrlicher Aussicht. Die Straße rechts nimmt einen geradlinigen Verlauf an, durchquert Contrada Ca' Longa und geht weiter bis nach Lumini, von wo sie aus durch den GemeindeNadelwald zur Dorfmitte hinunterführt.
Es handelt sich um eine bezaubernde Route, die zudem die Möglichkeit bietet, in den verschiedenen Agritourismen und typischen Restaurants die lokalen Erzeugnisse wie Wurstwaren und Käse, aber auch Esskastanien, Pilze, Trüffel, Honig sowie Heilkräuter zur Zubereitung von Tee und Aufgüssen zu genießen. Zu den typischen Gerichten dieser Gegend zählt der MaronenEintopf, dessen antikes Rezept auf die einstmalige Ernährung in den Bergen Italiens zurückgeht. Das Gebiet von San Zeno di Montagna eignet sich hervorragend für die sportliche Betätigung und insbesondere zum Trekking und Mountainbiken. Das milde Klima begünstigt Spaziergänge im Freien zu den verborgensten Winkeln der einzelnen Viertel. Ebenso empfehlenswert sind Wanderungen auf den leicht begehbaren, ebenen, schattigen Pfaden bzw. anspruchsvollere Exkursionen zu den Gipfeln des Monte Baldo. Mit der Seilbahn gelangt man von Prada aus in eine Höhe von 1 850 Metern; Ausgangspunkt für herrliche Wanderungen zu höheren Gipfeln wie Cima Valdritta (2218 m) oder Cima Telegrafo (2 200 m), wo in der Sommerzeit eine Schutzhütte geöffnet ist. In der Ortschaft Pineta Sperane bieten der FitnessPfad sowie der Park Jungle Adventure Erwachsenen und Kindern Abwechslung und Spaß.
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Text: Alvaro Joppi Publisher: Acherdo - Lago di Garda