Die Rocca von Manerba: Untertauchen in einem Naturparadies mit Geschichte. Das großartige Panorama, das sich dem Betrachter an klaren, himmelblauen Tagen bietet, wäre Grund genug für einen Spaziergang an der Rocca von Manerba. Und dabei spielt es keine große Rolle, wenn die Umgebung um das große, den Felshügel beherrschende Eisenkreuz ein wenig von ihrer wilden ländlichen Charme verloren hat, der sie über Jahrzehnte, wenn nicht gar über Jahrhunderte ausgezeichnet hat. Der imposante Felsvorposten der Gardaseeberge ist ein Gegenstück zur lieblichen Moränenhügellandschaft und zum geschwungenen Gardaseeufer, die ihn umgeben und die Fantasie ausschweifen lassen.
Von der Rocca ist auch die Rede in den historischen Abenteuerromanen der späten Romantik, die erzählen, dass zuzeiten der Feudalherren und des Lehnswesens da oben ein gleichzeitig grausamer und großzügiger Herr über Land und Leute der Valtenesi geherrscht habe. In der Tat gab es damals eine Rocca, ein Kastell, eine Festung, die jedoch unter der Herrschaft der Republik von Venedig dem Erdboden gleichgemacht wurde, da sie zu jener Zeit Räubern und Verbrechern als Zuflucht und uneinnehmbarer Aufenthaltsort diente. Unlängst vorgenommene Ausgrabungen und Wiederinstandsetzungsmaßnahmen, die auf Veranlassung der Gemeinde Manerba am Gardasee stattfanden, bestätigten das. Es gab auch einen Tempel, den die Römer Minerva (für die Griechen Athene) geweiht hatten. Das macht die Legende glaubhafter, dass sich der Name des darunter liegenden Ortes Manerba und die Bezeichnung des Hügellandes zwischen Desenzano del Garda und Salò, die Valtenesi, von ihm ableiten. Keine Legende dagegen sind die erstaunlich reiche Flora und Fauna, auf die der Besucher hier stößt.
Auf der einen Seite die mit Laubbaum-, Eichen- und Hagebuchenwäldern bedeckten Hänge. Auf dem Waldboden blühen farbenprächtig Mäusedorn, Geißblatt und Nieswurz. Auf der anderen Seite am Südhang mit stärkerer onneneinstrahlung die trockenen Wiesen mit Steppengras, wo von Mai bis September wilde Orchideen in vielen Farben und Formen blühen, die unter Naturschutz stehen und daher nicht gepflückt, höchstens fotografiert werden dürfen.
Und entlang dem Bergrücken, der zum Katholischen Freizeitzentrum San Giorgio führt, und weiter unten, wo unter dem Fels die Wellen das Ufer bespülen und ehemals die Ureinwohner Schutz suchten, gedeihen zahlreiche Mittelmeer pflanzen wie Steineiche, Perückenbaum und Terebinthe. Ein weiterer Grund für eine Exkursion im Parco della Rocca von Manerba sind die zahlreichen Pfade für Freunde des Bird - Watching, die "Fernglas zur Hand" auf viele Vogelarten stoßen können: Heimisch sind hier Wiedehopf, Turmfalke, Bussard, Schleiereule, Eisvogel, Kauz, Zwergohreule, Seemöwen, Blässhuhn, Zwergtaucher und Schwäne.
Doch es gibt noch mehr angenehme Überraschungen. Denn die Rocca ist ein Ort voller Leben und der mediterrane Charakter dieses Fleckchens am Gardasee findet nicht nur in der Vegetation seinen Ausdruck, sondern auch in der Vielzahl der hier lebenden farbenfreudigen Schmetterlingsarten. Und ringsherum die geometrisch angeordneten Weingärten, Olivenhaine, Wiesen und Wälder bis hin zum romanischen Kirchlein San Giorgio und weiter bis zum bezaubernden Hafen von Dusano, die den Rahmen für diesen außergewöhnlichen Park bilden, der ruhigen Schrittes entdeckt sein will und unter verschiedensten Aspekten ein wahrer Anziehungspunkt ist. Hier beeindrucken die Panorama Ausblicke, archäologische Überreste aus der Früh- und Römerzeit sowie mittelalterliche Zeugnisse. Die reiche Flora und Fauna lassen die Hektik der heutigen Zeit vergessen und lassen spüren, wie angenehm es ist, ... in diesem Naturparadies unterzutauchen.
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