Wir befinden uns in Ponti sul Mincio im unmittelbaren Hinterland des Gardasees nur drei Kilometer von Peschiera del Garda entfernt auf dem bereits im Mantuaner Land liegenden Moränenamphitheater. Die kleine Gemeinde Ponti sul Mincio hat ihre Ursprünge im Mittelalter und wartet mit einem noch vollständig erhaltenen Scaligerschloss auf, das von den Herrschern von Verona zwischen dem XII. und XIV. Jahrhundert errichtet wurde. Zusammen mit den Schlössern von Monzambano, Valeggio, Nogarole, Peschiera, Sirmione und anderen Orten gehörte das Schloss von Ponti sul Mincio zum südwestlichen Verteidigungssystem der Scaligerländer an der Grenze zu den Territorien der Visconti und Gonzaga.
Entdecken wir die Perle der Moränenhügel mit einer außergewöhnlichen Fremdenführerin, und zwar mit der seit 1999 amtierenden Bürgermeisterin von Ponti, Rita Farina, die uns auf unserer Reise begleiten wird. "Wir befinden uns im äußersten Norden der Provinz Mantua", beginnt die Bürgermeisterin, "die von den Provinzen Mantua, Verona und Brescia umgeben ist. Durch die unmittelbare Nähe zum Gardasee stellt diese Gegend eine erfreuliche Alternative für die Urlauber am Gardasee dar, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad ein Gebiet besichtigen können, das in vieler Hinsicht an die Hügel der Toskana erinnert. Überreste aus dem Mittelalter, historische Gebäude, eine üppige Vegetation, die gelegentlich auch bis in die Stadtgebiete hinein wuchert, sowie die zahlreichen Wander und Rastmöglichkeiten inmitten der Natur sind nur einige der Aspekte, durch die sich unser Gemeindegebiet auszeichnet, das vom zuständigen Aufsichtsamt vollständig unter Naturschutz gestellt wurde.
Die Gemeindeverwaltung ist sich der Bedeutung und des Werts ihrer Reichtümer bewusst und verfolgt seit Jahren eine Politik zur Aufrechterhaltung der Umwelt und zur Förderung der betreffenden Wirtschaftszweige. Der Gardaseetourist kann also nicht nur einen unvergesslichen Aufenthalt am schönsten See Italiens verbringen, sondern auch bequem und einfach Tagesausflüge unternehmen, um Schlösser, spontan wachsende Orchideen, die Ufer des Flusses Mincio, die für die geschützten Feuchtgebiete typische Flora und Fauna sowie die vollständige Harmonie zwischen den bewohnten Gebieten und der grünen Natur entdecken." Welches sind die historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten? "An erster Stelle steht das Scaligerschloss, das gerade im Hinblick auf zukünftige kulturelle und touristische Zwecke restauriert wird. Es ist vollständig von einer aus Flusssteinen errichteten Mauer umgeben und man erreicht es auf einer von der Hauptpiazza des Dorfes kommenden Straße und anschließend auf einem etwas unwegsamen Pfad, der zu einem kleinen Tor auf der westlichen Seite neben dem Uhrturm führt. Normalerweise ist das Schloss geschlossen, doch für Besuchergruppen und auf einen bei der Gemeinde einzureichenden Antrag hin kann es auch in Begleitung eines Schlossführers besichtigt werden.
In der Dorfmitte steht die Pfarrkirche Sant'Antonio Abate, dessen Eingangsportal mit Schnitzereien aus dem XVIII. Jahrhundert verziert ist. Das Altarbild in der Apsis stellt die Versuchung des Heiligen Antonius dar und rechts neben dem Hauptaltar befindet sich ein Fresko von der Kreuzigung Christi aus dem Jahr 1427, das bei den erst kürzlich vorgenommenen Restaurierungsarbeiten zum Vorschein gekommen ist und die Präexistenz einer romanischen Kirche bezeugt. Aber es sind noch weitere Kirchen über das Gebiet verstreut. Die interessanteste ist zweifelsohne die Kirche San Nicolò, von der man das Baujahr nicht genau kennt, die aber sicherlich bereits zur Zeit des Konzils von Trient (1545) existierte. Die Pfarrkirche ist nur zu besonderen Gelegenheiten wie im marianischen Monat für das Rosenkranzgebet oder anlässlich des Festes von San Nicolò am 6. Dezember zu besichtigen. Mitten in der Altstadt ist ferner das Denkmal für die Gefallenen aus dem Jahr 1934 zu sehen. Es stammt von Giancarlo Maroni, demselben Architekten und Freund von Gabriele D'Annunzio, der den Vittoriale degli Italiani in Gardone Riviera entworfen hat. Für den Bau des Denkmals wurden Steine verwendet, die aus dem Abbruch der Festung Forte Monte Croce herrührten, eine der österreichischen Festungen in dem Gebiet von Ponti, die in der Zeit des Risorgimento den Verteidigungsgürtel der Habsburger Hochburg von Peschiera del Garda bildeten.
Die Festung Forte Ardietti ist zum Glück vor der Zerstörung bewahrt worden. Sie befindet sich zu zwei Dritteln auf dem Gemeindegebiet von Ponti sul Mincio und zu einem Drittel auf dem Gebiet von Peschiera und kann bei Führungen besichtigt werden. In ihrem Inneren sind zahlreiche historische Dokumente über die im Risorgimento ausgetragenen Schlachten, von denen auch die Gemeinde Ponti sul Mincio betroffen war, aufbewahrt. Die österreichischen Truppen hielten sich mehrmals auf dem Gemeindegebiet auf, vor allem in Zusammenhang mit der historischen Schlacht von San Martino und Solferino vom 24. Juni 1859. Auf den Landkarten aus dieser Zeit sind die Lager im Corte Cavalli eingezeichnet, einem alten Landhof, der heute von seinen Eigentümern wunderschön hergerichtet ist und in eine Erholungsstätte mit angegliedertem Restaurant für einen Aufenthalt im Zeichen der Ruhe und Eleganz umgewandelt wurde. Dann gibt es noch das Regimentsmuseum Piccola Caprera (mit Ausstellungsstücken aus den Afrikafeldzügen) oder die Permanentausstellung historischer Zeugnisse aus dem Zweiten Weltkrieg in der Gemeindebibliothek mit Gegenständen von der Schlacht von Monte Casale, die von den Historikern als das letzte Kriegsgefecht des Zweiten Weltkriegs betrachtet wird und in eben diesem Gebiet stattfand."
Bedenkt man, dass dies nur die bekanntesten historischen und kulturellen Zeugnisse sind, kann man leicht davon ausgehen, dass das Gebiet noch viele andere Dinge bereithält, die vielleicht nicht so auffallend aber sicherlich nicht weniger wichtig sind, vor allem für diejenigen, die die Natur und die Ruhe lieben. "Das touristische Angebot unserer Gemeinde ist besonders wertvoll. Es gibt zahlreiche Einrichtungen für Ferien auf dem Lande, die den Gästen einen erholsamen Urlaub bieten und ihnen für wunderschöne Ausflüge die hauseigenen Fahrräder zur Verfügung stellen. Der häufigste Radtour ist die auf dem Fahrradweg Mantova Peschiera am rechten Flussufer des Mincio. Die Strecke ist einfach zu befahren und ermöglicht auch Familien mit Kleinkindern, vom Gardasee aus die Kunststadt Mantua zu erreichen und zwar durch eine berückende Landschaft stets entlang dem Ufer des Mincio, das seit jeher für die Menschen, Tiere und Pflanzen dieser Gegend einen Lebensquell darstellte. Das gesamte Gemeinde und Grenzgebiet lohnt sich, zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdeckt zu werden.
Auf der Hauptpiazza des Dorfs ist ein gelbes Umgebungsschild aufgestellt, auf dem die interessantesten Fahrradrouten auf den Moränenhügeln eingezeichnet sind. Von großer Bedeutung ist auch die örtliche Gastronomie, die auf die von unseren Großmüttern überlieferte Tradition hausgemachter Nudeln gründet und zum Beispiel mit ihren Kürbisravioli oder Strangolini auch die anspruchvollsten Gaumen in Erstaunen versetzt. Die Gemeindeverwaltung", kommt die Bürgermeisterin zum Schluss, steht an erster Stelle, was die Aufwertung des Gebiets anbelangt, und zwar sowohl durch öffentliche Sanierungsarbeiten in der historischen Altstadt - die Hauptpiazza, der alte Waschplatz, die historischen Dorfstraßen - als auch durch die Organisation und Förderung von Kultur und Sportveranstaltungen in Kollaboration mit den lokalen ehrenamtlichen Vereinen, allen voran das Fest Sagra Centenaria di San Gaetano (dieses Jahr vom 4. bis 7. August). In einem Wort, die touristische Berufung des Gebiets steht außer Zweifel. Ich empfehle daher allen, die in ihrem Urlaub alle Vorteile genießen möchten, die ein naturgegebenes Wellnesszentrums unter freiem Himmel zu bieten hat, nach Ponti sul Mincio zu kommen!"
Buchen Sie Ihr Hotel am Gardasee
Verleger: Acherdo - Rivista Lago di Garda