Ein Ausflug durch die Grüne Umgebung von Gardone Riviera - Seit immer schon kann Gardone am Gardasee auf seine zahlreichen öffentlichen und privaten Parks und Gärten stolz sein, und seine liebevoll gepflegten Grünanlagen verleihen der am Seeufer gelegenen Ortschaft jene liebliche und friedvolle Atmosphäre, die seit Anfang des 20. Jh., als die betuchten und reiselustigen Herren des Adels aus ganz Europa die Gemeinde und ihre Umgebung besuchten, auch heute noch einen Strom begeisterter Urlauber nach Gardone Riviera zieht. Wie einstmals harmoniert diese grüne Landschaft vorbildlich mit den verschiedenen und unterschiedlichen Baustilen der zahlreichen Privatvillen, die wir in Gardone und Umgebung antreffen und die sich mal an der klassizistischen Architektur des Mittelmeerraums, mal am italienischen Rinascimento inspirieren. Um diese Herrlichkeiten zu entdecken, laden wir zu einem Ausflug ein, der uns zu den schönsten Villen mit ihren herrlichen Parks und Gärten am Seeufer und in den umliegenden Hügeln führen wird.
Schon am Landungssteg am See bewundern wir den prachtvollen Garten des mythischen Grand Hotel, das zu einem Symbol von Gardone Riviera wurde und heute von Luigi Wimmer und seiner Gattin geleitet wird. In der Karwoche blüht hier eine herrliche Magnolie, die mit ihrer Farbenpracht und ihrem Duft den Platz vor dem Hotel in ein suggestives Bühnenbild verwandelt. Das Hotel besteht aus einen einzigen Gebäude mit drei Stockwerken, über denen ein kleiner Spitzturm thront, der eine gewisse moderne Note in das Bild einbringt.
Weiter führt uns unser Ausflug über die Steintreppe der Post und der Gemeinschaft Garda zur Via Roma, wo wir den Botanischen Garten Heller bewundern. Der seit 1988 der Stiftung Andrè Heller (des bekannten österreichischen Multimedia-Künstlers) gehörende Park hat über 500 Pflanzenarten zu bieten, die aus allen Teilen und klimatischen Zonen der Welt stammen. Er wurde vom tschechoslowakischen Zahnarzt und Naturliebhaber Arturo Hruska angelegt, der in Gardone Riviera das ideale Klima für sein Vorhaben vorfand und zwischen 1910 und 1971 auf dem 2 Hektar großen Gelände der Villa mit den unterschiedlichsten Pflanzen suggestive Ansichten schuf, die sich an den Originalorten der Abstammung der Pflanzenarten inspirieren. So finden wir tropische Wasserpflanzen auf kleinen japanischen Teichen, einen dichten Wald mit Bambusstangen jeder Höhe, Alpenblumen in eigens angelegten elslandschaften mit Schluchten und Rissen und viele herrliche Naturambiente mehr, die nur darauf warten, bewundert zu werden. Nicht zu vergessen die Königsfarne (Osmunda Regalis) und die Pracht der Blumen mit Tibetprimeln, Iris und immer wieder Magnolien.
Die von Bäumen umsäumte Allee führt uns weiter in den Park der Gemeinde mit einer monumentalen Steineiche. Von hier aus kommen wir, den Hinweisschildern folgend, zur Villa Alba. Das Herrenhaus, das seit den 60er Jahren mitsamt dem umliegenden Park der Gemeinde gehört, war einst Wohnsitz der Familie Langensiepen und wurde Anfang des 20. Jhs. vom deutschen Architekten im klassizistischen Stil errichtet. Hinter dem Gebäude mit seinem ungewöhnlichen Umriß in Form eines U wurden ein herrlicher 'englischer' Park sowie ein Wintergarten angelegt, der erst vor kurzem in einen Saal für Kongresse umgebaut wurde. Das Gebäude selbst besticht durch seine mit prachtvollen Säulen geschmückte Fassade und einen auf herrlichen Karyatiden ruhenden Bogengang, während der Giebel reich mit Basreliefs verziert ist. Beachtenswert auch die monomentale Steintreppe, die bereits von der Staatsstraße aus sichtbar ist.
Ebenso einzigartig ist die Villa Fiordaliso, in der im Herbst 1943 (im "roten Zimmer ") Mussolini und seine Frau Claretta Petacci wohnten. Die romantische Villa am Ufer vom Gardasee ist von einem großzügigen, suggestiven Park umgeben. Gebäude und Park, die ursprünglich dem deutschstämmigen Amerikaner Otto Vèzin gehörten, wurden im Ersten Weltkrieg enteignet und 1928 von Emilio und Paola Botturi-Polenghi erworben, die die Villa im Stil des venezianischen Rinascimento, gemischt mit Einflüssen des ortstypischen Baustils, umbauen ließen und mit Fresken schmückten.
Von hier aus erreichen wir die Endstation unseres Ausflugs, das berühmte Vittoriale, seit 1921 Wohnsitz, Tempel und Museum des Dichters und Nationalisten Gabriele D'Annunzio, mit seinem unvergleichlichen Park, in dem wir in jedem Winkel immer wieder herrliche Zypressen antreffen. In diesem Park bestaunen wir die unterschiedlichsten und eigenwilligsten Erinnerungen an die Abenteuer des Poeten, wie etwa den in den Felsen gesetzten Bug des Kriegsschiffes Puglia, die Arche in der Mitte eines Mausoleums, in dem die Gefährden ruhen, die den Dichter bei seinem heroischen Unternehmen in Fiume begleiteten, und ein Freilichttheater, dessen Bau erst nach dem Tode D'Annunzios beendet wurde und in dem heute, im Sommer, Theateraufführungen und Konzerte von internationalem Ruf stattfinden.
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Testi : Chiara Pea