Die Burg von Sirmione ist das bedeutendste Exemplar an Festigungsanlagen am Gardasee. Zwischen dem 13. und dem 14. Jahrhundert war Sirmione Grenzstadt zwischen den Ländereien des Hauses Della Scala aus Verona und den Herrschern von Mailand. Der älteste Burgteil war von einer quadratischen Mauer mit drei Türmen umgeben.
Er war aller Wahrscheinlichkeit nach auf den Überresten einer römischen Festung gebaut worden. Mitte des 14. Jahrhunderts war das Dock fertig und das anliegende Dorf befestigt. Besonders bemerkenswert ist hierbei die Bautechnik, die einerseits Ziegelsteine einsetzt, die in der Nähe gebrannt wurden, andererseits auch Naturstein vom nahen Hügel Cortine. Die Burg erlebte ihren Höhepunkt gegen Ende des 14. Jh. Doch obwohl sie eine überaus wichtige Festung war, war sie nie Hofburg.
Wie sich die kriegerischen Ereignisse entwickelten, verließ die Familie Della Scala die Burg und 1405 kam sie unter den Verwaltungsbereich der Republik Venedig. In den darauffolgenden Jahrhunderten brachte das Aufkommen der schweren Artillerie das Ende der mittelalterlichen Burgen. Es entstanden Festungen für Garnisonen wie Peschiera und Sabbioneta, die eine fünfeckige Form aufwiesen und niedrige und mächtige Mauern hatten, welche auch den schweren Geschützen standhielten.
Die Schutzburg von Sirmione wurde über hundert Jahre lang als Kaserne benutzt, doch 1797 brachte das Eindringen Napoleons radikale Veränderungen, die bis Anfang des 20. Jh. anhielten. Im ersten Weltkrieg wurde der Turmkomplex in mehreren Abschnitten renoviert. Heute steht er dem Publikum offen und dank der Pflege des Amtes für Kunst- und Denkmalschutz erstrahlt die Burg heute wieder im ursprünglichen Glanze. Tausende von Touristen überqueren täglich die Zugbrücke, um im Schatten der zinnengekrönten Mauern spazieren zu gehen.
Sie können auch den Turm besteigen und die herrliche Aussicht über den unteren See genießen. Von der Turmspitze aus erkennen Sie in der Ferne die spindelförmige Silhouette der Halbinsel von Sirmione.
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